Es ist ein ungewohnter Anblick: Mitten im großen Ausstellungssaal des Overbeck-Museums hängt eine Schaukel von der Decke. Und: Ja, man darf sie benutzen!
Die Idee kam Museumsleiterin Katja Pourshirazi während einer Fortbildung: »Mir wurde bewusst, dass viele Menschen Museen mit Unbewegtheit verbinden. Man steht ganz still vor den Bildern und
schaut. Das fand ich schade. Kunst setzt doch ganz viel Energie in uns frei! Ich habe mich gefragt, wie wir als Museum dieser Energie Raum geben können.«
Spontan kam ihr das Bild einer Schaukel in den Sinn: eine leichte, spielerische Bewegung, die jeder aus Kindertagen kennt. »Wenn man im Museum schaukeln darf, geraten die Kunstwerke vor unseren
Augen in Bewegung. Man sieht sie neu und anders, aus dem eigenen Schwung heraus«, erklärt Pourshirazi ihr Anliegen. »Auf einmal fand ich die Idee so bestechend schön und so naheliegend, dass ich
mich gewundert habe, warum Museen das nicht längst machen.«
Nun macht das Overbeck-Museum den Anfang: Die Besucherinnen und Besucher dürfen schaukeln und schwingen und dabei schauen, träumen, nachdenken, lächeln, sich entspannen und die Kunst genießen.
Die Schaukel soll in Zukunft ein fester Bestandteil des Overbeck-Museums sein, auch für kommende Ausstellungen. Nicht ganz uneigennützig übrigens, wie Museumsleiterin Pourshirazi lachend
klarstellt: »Darauf können Sie sich verlassen, dass ich jetzt regelmäßig in der Mittagspause zu meinem Team sagen werde: So, ich geh schaukeln!«

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